Ivo Donev - EPT Monte Carlo

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Ivo Donev

Ivo Donev

Hallo Redkings Leser !

Monte Carlo Side Event 1000 € buy in

Am Start waren 250 hauptsächlich aus dem Main Event ausgeschiedene Poker Spieler. Das war sozusagen für die meisten so etwas wie die letzte Chance, die Verluste dieser Turnier Woche zu reduzieren.
Wir starteten mit 5000 Chips (Erster Level 25/50) bei Levels von 40 Minuten.
Ich erwischte einen relativ guten Tisch, für mich bekannte Namen gab es nur zwei, der vom November 9 – Ylon Schwartz (ex Schachspieler mit elo gegen 2400!) und Roy,, The Boy“ aus Irland. Nach einem vernünftigen Start konnte ich mein Stack auf knapp11 000 aufbauen, als folgende Aktion passierte: Schwartz raiste in früher Position 1500, Roy nach ihm reraiste auf rund 4400 und ich fand im Big Blind (600) A A. Jetzt hatte ich zwei vernünftige Möglichkeiten:
a) Nur callen mit der Hoffnung, dass der ursprüngliche Raiser eine große Hand hatte und alle seine Chips in die Mitte schieben würde.
b) Reraisen um den ursprünglichen Raiser - Schwartz - zu isolieren und im Heads - up mit Roy zu bleiben. Da bei dieser Variante Roy durch sein hohes Raise fast Pot committet war

Ich hatte mich für Variante b) entschieden und reraiste all-in. Diese Entscheidung hatte Schwarz überhaupt nicht gefallen und er verschwand wie in Luft aufgelöst. Erwartungsgemäß hatte Roy sofort gecallt und Kh - Jh umgedreht. Der Flop war mehr als gut für mich mit A – 4 - 5. Jetzt war deutlich zu sehen: Falls ich vor dem Flop nur gecallt hätte, wäre es wahrscheinlich sehr schwer gewesen, von Roy mehr Geld zu holen.
So konnte ich mich verdoppeln und das hatte mir den Mut gegeben, mehr Hände aktiv zu spielen.
Alle foldeten zu mir, ich fand am Button 9-T, also eine überdurchschnittliche Hand, die nur gegen die beiden Blinds in Position gute Chancen auf Erfolg hatten. Ich raiste auf 1800, nur der Big Blind callte. Der Flop brachte T-8
-2, er checkte. Mit einem Top Paar und schwachem Kicker wollte ich den Pot sofort gewinnen. Der Grund dafür: Jede Overcard am Turn und River konnte mich in Gefahr bringen. Ich wettete also um die 2000, mein Gegner war mit dieser Summe auch einverstanden. Am Turn kam die 9! Er checkte wieder, jetzt war ich absolut sicher, dass ich die bessere Hand hatte und wettete 4000. Mein Gegner wollte Action und raiste auf 9000 - Wow! Ich voller Aufregung konnte es kaum erwarten mein gesamtes Stack (um die 30 000) in die Mitte zu schieben. Mein Gegner callte sekundenschnell und dreht J-8 für Button Paar und open end Strassen-draw. In diesem Fall lag er weit hinten und hatte also mit diesem Call das ganze Turnier auf einen Draw riskiert. Der River brachte ein Blank und ich wurde dadurch zum Chipleader. Leider hatte ich dann bis zum Ende des ersten Tages relativ konservativ gespielt und mich somit nur bis 85 000 aufbauen können. In der letzten Hand am Tag eins puschte ein Spieler aus Brasilien mit Short Stack 18000 all-in in spätere Position. Ich fand im Big Blind Pocket 7-7 und überlegte lange. Er war ein ziemlich looser und aggressiver Spieler. Außerdem war das die letzte Hand des Tages und darum gab ich ihm eine breite Palette von raising Händen, gegen die 7-7 meistens gut abschneidet. Schlussendlich callte ich und sah seine J-Q. Den Coin Flip hatte ich verloren und so hatte Tag eins mit 67 000 leicht über Average beendet.

Am zweiten Tag hatte sich meine Talfahrt fortgesetzt. Schon in der ersten Hand war ich im Small Blind und alle foldeten zu mir. Ich hatte ein überdurchschnittliches Blatt für Heads-up bekommen: Js-9s, diese Hand liegt im Heads-up um die 56% gegen ein zufälliges Blatt. Die Blinds waren 1000-2000 und 300 Ante. Ich hatte 66 000, mein Gegner um die 20 000. Folden kam nicht in Frage. Also: Call oder Raise. Ich entschied mich auf ein kräftiges Raise, da gute Chancen bestanden, dass mein Gegner foldete, also 12 000. So würde meinem Gegner klar werden, dass ich Pot committet war, er konnte somit nur mit einem sehr guten Blatt mitgehen. Es war ein ganz junger Amerikaner der keinen Spaß verstand, und ich sah, wie er sein gesamtes Stack mit 20 000 in die Mitte schob. Natürlich callte ich und sah Ac-4h. Es war nun ein Coin Flip, mein Nachteil ist minimal mit 47,5% gegen 52,5%, leider verlor ich trotz der zwei Pik im Flop schlussendlich auch den zweiten coin flip. Es waren noch zwei Tische von den 250 gestarteten Spielern geblieben, ich bekam kein vernünftiges Blatt und an meinem Tisch wurde ständig geraist. Allmählich wurde meine Stack ziemlich schlank, so gegen 40 000. Die Blinds waren hoch (3000-6000, Ante 500), ich kam nicht an die Reihe zu einem Raise, weil ständig jemand vor mir hoch raiste, und ich hatte keine Power zu reraisen außer wenn ich eine starke Hand bekommen hätte.

Plötzlich bekam ich endlich eine Gelegenheit. Ich war im Small Blind, und alle foldeten zu mir. Ich traute meinen Augen nicht: Die erste Karte Ass, mein Stack um die 34 000. Ohne die zweite Karte anzusehen schob ich meine Chips in die Mitte, weil der Big Blind ein solider Spieler mit fast derselben Stackstärke wie ich war. Der Big Blind begann zu grübeln und seine Chips mit meinen zu vergleichen. Schließlich callte er und öffnete 4-4. Er war im Vorteil, weil ich mit meinen Karten As2s nur 32% Gewinnchancen hatte. Im Flop bekam ich keine Hilfe und so wurde ich als frustrierter 16. eliminiert.

In solchen Momenten verfluche ich mein Schicksal, warum ich bei einem Turnier ein gutes Stack aufbaue, einige Coin Flips verliere und keine Karten bekomme, um mich zu erholen. Und wenn ich mich umsehe, sehe ich ständig, wie einige Spieler mehrere Coin Flips hintereinander gewinnen, und das sogar mit Underdog Karten! Aber trotzdem, das ist Poker und so was erlebt jeder bei NL Holdem Turnieren.

Euer Ivo ,, The Chess Master“ Donev
www.ivodonev.com

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